Das Fladerpapier ist eine spezielle Art des Modeldruckpapiers, das die Maserung von Holz nachahmt. Oft wurde eine erste Struktur mit einem Model gedruckt und in einem weiteren Arbeitsgang noch per Hand koloriert. Als Hersteller von Fladerpapier sind insbesondere Briefmaler und Formschneider nachgewiesen. Das Recht, diese Papiere herzustellen, wurde zeitweilig per Privileg erteilt. Die Papiere wurden zumeist auf billiges Holz geklebt, um die Maserung teurer Edelhölzer und/oder Furniere nachzuahmen. Bekannt sind Beispiele vom 16. bis ins beginnende 17. Jahrhundert; Rezepte zur Herstellung von Fladerpapier finden sich jedoch noch bis ins 19. Jahrhundert. Verwendung fanden die Papiere auf Füllungen von Wandtäfelungen, Kassettendecken sowie auf Türblättern, ebenso auf Kästen, Briefladen und Schachteln. Ein eindrucksvolles Beispiel ist die sog. "Flasernkanzel" (1570) aus der 1839 abgerissenen Bartholomäuskirche im Museum für Stadtgeschichte in Dresden.